Kritik zu Bruckner und Sulzer am 19. November 2016


22.11.2016, Allgemein

Oberösterreichische Nachrichten, 21. November 2016

Bruckner umarmte Sulzer
Musica Sacra: Hard-Chor und Jeunesse Chor begeisterten in Linz
Vor einer Woche durften sich der Linzer Hard-Chor und sein Leiter Alexander Koller im ausverkauften Brucknerhaus über den Finalsieg im OÖN-Bewerb „Best of Chormusik“ freuen. Am Samstag standen sie schon wieder im Rampenlicht, genauer gesagt: im Kirchenlicht.
Der Hard-Chor hatte sich mit dem von Wolfgang Mayrhofer geleiteten Linzer Jeunesse Chor zusammengetan, um in der Linzer Friedenskirche zwei höchst anspruchsvolle Werke der österreichischen Kirchenmusik erklingen zu lassen, Anton Bruckners Messe in e-Moll und Balduin Sulzers „Cantiones Sacrae“.
Die Raffinesse der Darbietung lag darin, dass die beiden Werke in verschränkter Form präsentiert wurden. Auf Bruckners Kyrie und Gloria folgte Sulzers
„Munda cor meum“, sein „Lavabo“ auf das Credo. Am Anfang stand das „Introibo“ und am Schluss ein lustvoll-übermütiges Danklied, geradezu typisch für
Balduin Sulzer, der religiösen Ernst gerne mit Witz verbindet.
Der Komponist selbst bezeichnet seine „Cantiones Sacrae“ als „kontrastierendes Echo zu
Bruckners e-Moll-Messe“, und tatsächlich fügen sich die vier Gesänge zu alttestamentarischen Texten und das instrumental vorgetragene „Aequale“ spannungsreich zu Bruckners wunderbarer, musikalisch eigenwilliger Messe.

Stimmige Chemie der Chöre
Eine einfache künstlerische Aufgabe ist das allerdings nicht, weder rhythmisch noch intonationsmäßig noch interpretatorisch.
Aber bei Hard-Chor und Jeunesse Chor funktioniert offensichtlich die musikalische Chemie recht gut – sieht man von einem kleinen Hoppala am Beginn
des Kyrie ab.
Im Piano und Pianissimo wären dort und da vielleicht etwas mehr Zurückhaltung und Zartheit möglich, aber insgesamt bewältigten Chor und Instrumentalisten
die Herausforderung mit wahrlich bewundernswerter Souveränität. Hervorzuheben ist auch die Leistung des Bläserensembles (erweitert durch Schlagwerker
Nico Gerstmayer), das Wolfgang Mayrhofer aus Schülern und Absolventen des Adalbert-Stifter-Gymnasiums zusammenstellte. Die Zuständigkeit für das Konzert
teilten sich die beiden Chorleiter kollegial auf. Wolfgang Mayrhofer dirigierte die Aufführung bis zum Credo, dann übernahm Alexander Koller. Das
zahlreich erschienene Publikum dankte mit begeistertem Applaus. (Christian Schacherreither)

Kronen Zeitung, 21. November 2016

Bruckner-Zyklus bei „Musica sacra“:
Ein krönendes Finale
Den krönenden Schlusspunkt zum Bruckner Zyklus von Musica sacra setzten der Linzer JeunesseChor und der Hard-Chor mit jugendlicher Stimmgewalt in der Linzer Friedenskirche. Vereint mit dem Bläserensembledes Linzer Musikgymnasiums, strömte die fulminante Klangwelt der achtstimmigene-Moll Messe von Bruckner in den vollbesetzten Kirchenraum. Verbunden wurden die einzelnen Messteile mit Balduin Sulzers kongenialen“Cantiones sacrae“, Psalmentexte mit der ihm eigenen Musiksprache in höchst explosiven Motiven. Bewundernswert wurden die anspruchsvollen tonalen und rhythmischen Anforderungen gemeistert. Die beiden Chorleiter und Dirigenten, Wolfgang Mayrhofer und Alexander Koller, motivierten die große Sing- und Musiziergemeinschaft zu beeindruckenden Höchstleistungen. Begeisterter Applaus!

Neues Volksblatt, 21. November 2016

Viele Stimmen ließen Bruckner erklingen
Im Rahmen der musica sacra-Reihe fand am Samstag in der Linzer Friedenskirche der feierliche Abschluss des Bruckner-Zyklus mit der e-moll-Messe für
achtstimmigen Chor und Blasorchester statt. Die von Bischof Rudigier für den Linzer Dom beauftragte Messe ist eines der groß angelegten Vokalwerke
Bruckners, das an diesem Abend vom Linzer Jeunessechor und dem Hard-Chor und abwechselnd dirigiert von Wolfgang Mayrhofer und Alexander Koller
dargeboten wurde. Die chorische Leistung und die im Werk geforderte mystische Klanggestaltung sowie die dynamisch gesteigerten Fortissimo-Höhepunkte
wurden zum beeindruckenden Erlebnis. Die großartig angelegten Klangballungen im liturgischen Textteil unterstützte das Bläserensemble des Linzer Musikgymnasiums. Genau für diese Bläserbesetzung plus Schlagwerk schuf Balduin Sulzer fünf „Cantiones sacrae“ als Zwischenkompositionen
zur Bruckner-Messe. Dem Chor waren dabei verschiedene Psalmentexte und ein Jubelhymnus in der für Sulzer typischen lebendigen Textgestaltung anvertraut. Ein „Aequale“ für vier Posaunen- ein von Bruckner oft verwendetes Interludium – fügt Sulzer als zeitgenössische Verbindung und gelungene Gegenüberstellung zu Bruckner an. In der voll besetzten Kirche gab es lang anhaltenden Applaus für das gelungene Konzert und den bewundernswerten Einsatz der Jugend. (Christa Grubauer)