Kritik zu „Ein amerikanischer Traum“ am 24. November 2012


26.11.2012, Allgemein

Neues Volksblatt, Mittwoch 28. November 2012

Amerikanischer Chor-Traum

Wenn der Hard-Chor zum Konzert angesagt ist, gibt es nicht nur eine Fangemeinde, sondern erweckt auch Erwartungen über das übliche Chor-Repertoire hinaus. Dass die Linzer Minoritenkirche kürzlich übervoll war, war aber auch dem neugierig machenden Programmtitel geschuldet: „Ein amerikanischer Traum“. Alexander Koller führte seine Sänger auf anspruchsvolle Wege, etwa mit der „Sunshine Mass“ von Ola Gjeilo (*1978), dessen mystische Klänge wie aus einer anderen Welt den Raum füllten und bis zum großen flehenden „Kyrie“-Aufschrei beeindruckten.
Bei „O come, let us sing unto the Lord“ von Morten Lauridsen (*1943) kam es zum Zusammenwirken mit der Orgel Bernhard Prammers, der auch zwischen den Chören US-Sololiteratur dafür präsentierte.
Eine konstruierte Klanginstallation mit Werken von John Cage, Steve Reich und Terry Riley führte die Zuhörerschaft in eine surreale, meditative Klangwelt menschlicher Stimmen und pochender Rhythmen. Mit dem stimmungsgeladenen „Agnus Dei“ von Samuel Barber und vor allem den hohen Anforderungen bei Arnold Schönbergs Chor-Komposition „Friede auf Erden“ setzte der Hard-Chor auf seine bekannten Qualitäten in der zeitgenössischen Werkinterpretation. (Christine Grubauer)

Kronen Zeitung, Montag 26. November 2012

Phänomenaler Auftritt des Hard-Chores unter Alexander Koller bei Musica Sacra in der Linzer Landhauskirche: Am Programm standen unter dem Motto „Ein amerikanischer Traum“ anspruchsvollste Vokalkompositionen und als Höhepunkt „Friede auf Erden“ von Schönberg. Das in den Sopranen hinsichtlich Klangkunst und Intonation fesselnde Ensemble bezauberte mit seiner bis ins zarteste Pianissimo sorgfältigst abgestuften Lautstärkekultur. Hörenswert auch „Dreammunio“, eine Installation aus Stücken von Cage, Reich und Riley. Brausende Zustimmung auch für Organist Bernhard Prammer. (Balduin Sulzer)