Kritik zu „Nordlichter“ am 4. Dezember 2011


06.12.2011, Allgemein

Kronen Zeitung, Dienstag 6. Dezember 2011

Der Hard-Chor setzte bei seinem Musica Sacra-Konzert in der überfüllten Minoritenkirche hinsichtlich Dramaturgie und Qualität neue Maßstäbe für die heimische Chorlandschaft. Zu herausragenden Klangsternen gerieten unter Alexander Koller etwa Erik Bergmans lautmalerische „Dreams“, die polychrom bezaubernden „Spheres“ von Ola Gjeilo oder das abgöttisch betörende „O Nata Lux“ von Morten Lauridsen. Der klangsinnliche Bogen spannte sich von Arvo Pärt bis zu Hildegard von Bingen. Euphorische Zustimmung für zwei große Vokalstunden mit diesem Spitzenchor! (Norbert Trawöger)

Oberösterreichische Nachrichten, Dienstag 6. Dezember 2011

Klangverliebt in die Weite des Nordens

Am Sonntag präsentierte der Hard-Chor Linz im Rahmen von Musica Sacra in der Minoritenkirche ein meditatives Programm der Extraklasse, das Chorfreaks begeistern mochte, aber in der eindimensionalen Programmierung nicht unproblematisch war. Unter dem Motto „Nordlichter“ vereinigte Alexander Koller Chorstücke, in denen das Licht in allen Schattierungen im Mittelpunkt stand. Das begann mit Arvo Pärts „O Morgenstern“, führte über Bo Holtens Schneefall in „First Snow“, bei dem Koller die Klangpracht seiner Herrenriege ausbreitete, bis hin zur groß angelegten „Winter Hymn“ von Per Nørgård. Aber auch Eric Whitacres „Nox aurumque“, die fantastischen „Spheres“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo und Morten Lauridsens „O Nata Lux“, die in ihrer Klanglichkeit fabelhaft getroffen wurden, sind Stücke, in denen Melodie und Rhythmus, Motive und ihre Verarbeitung zugunsten von Klangfarbe und Klangfläche zurückstehen. Das ist anstrengend für das Publikum.
Im zweiten Teil gab es mit Brittens „Hymn to The Virgin“ ebenso moderne, aber melodisch konkretere Musik. Großartig: Peter Cornelius’ „Die Könige“. Schönbergs „Schein uns, du liebe Sonne“ und ein Hymnus der Hildegard von Bingen waren die Schlusspunkte eines sehr gut musizierten und stimmigen Konzertes. Mit Whitacres „Lux aurumque“ bedankte sich der höchst engagierte Chor beim dann doch begeisterten Publikum. (Michael Wruss)

Neues Volksblatt, Dienstag 6. Dezember 2011

Ein sanftes Klangwunder

Der Hard-Chor gestaltete am Sonntag in der Linzer Konzertreihe „Musica sacra“ in der Minoritenkirche ein etwas anderes Adventkonzert, das von den Besuchern regelrecht gestürmt wurde. Wiewohl erst vor vier Jahren gegründet, ist das Vokalensemble bereits ein Aushängeschild der oö. Chorszene, das sich durch sein ungewöhnliches Repertoire einen weitreichenden Namen machte.

Diesmal hatte der vielseitige Welser Musikerzieher Alexander Koller (32), der mit seinen Choraktivitäten immer wieder wesentliche Impulse setzt, das Konzert unter das Motto „Licht“ gestellt und 16 beziehungsvolle, bis zu 16-stimmig gesetzte, schwierigste A-cappella-Stücke ins Programm genommen. Die Hälfte davon stammte von lebenden Komponisten, im ersten Teil aus dem nördlichen Raum, im zweiten auch aus der Romantik, jeweils mit hohen Ansprüchen an die etwa 40 Sänger. Keineswegs waren sie zu hoch für die akrobatisch-wendigen jungen Stimmen, deren Kultur, Musikalität, Disziplin, formale Sicherheit und rhythmische Exaktheit zu ausgeglichenen Interpretationen von mystischem Klang zusammenfanden.
Gerade darauf scheint Koller größten Wert zu legen, wenn er seine Sänger die Aufstellung wechseln und sie auch in das hintere Kirchenschiff wandern lässt. Das Konzert führte informativ durch die zeitgenössische Chor-Literatur, deren unterschiedliche Farben und Stilmittel richtige Adventsstimmung verbreiteten. Weniger passend, aber verdient, war danach der brüllende Beifall der anwesenden Jugend. (Georgina Szeless)