Kritiken / reviews


Kritik zu „Tag der Stimmen im neuen Musiktheater“ am 21. April 2013

22.04.2013, Allgemein

Neues Volksblatt, Montag 22. April 2013

Trotz des Linz-Marathons und vieler Straßensperren fanden 2000 Besucher den Weg zum eintrittsfreien „Tag der Stimmen“ ins Musiktheater: Ein neugieriges Publikum – für viele war es der erste Besuch im neuen Haus am Linzer Volksgarten – erlebte ein dichtes Programm, das hunderte Mitglieder aus diversen Chören zum einmaligen Erlebnis machten. Dank ausgefeiltem Programmführer konnte man „gustieren“, wem man wo zuhören wollte. Im großen Saal etwa dem munteren Kinderchor des Landestheaters, der mit Balduin Sulzers „Frühlingslied“ samt Gezwitscher die Herzen eroberte. Die harte Kost und hohe Kunst des A-cappella-Singens bot der Hard-Chor mit der umjubelten Uraufführung von Sulzers Mühlviertler Idylle „Granit“ im Orchestersaal – dort und auch für die Blackbox musste man sich eine Platzkarte lösen. Im Hauptfoyer hatte der Coro Carissimi aus dem Linzer Stifter-Gymnasium Neues und gutes Altes im Programm. Die Linzer Singakademie, einst … Weiterlesen »


Kritik zu „Ein amerikanischer Traum“ am 24. November 2012

26.11.2012, Allgemein

Neues Volksblatt, Mittwoch 28. November 2012

Amerikanischer Chor-Traum

Wenn der Hard-Chor zum Konzert angesagt ist, gibt es nicht nur eine Fangemeinde, sondern erweckt auch Erwartungen über das übliche Chor-Repertoire hinaus. Dass die Linzer Minoritenkirche kürzlich übervoll war, war aber auch dem neugierig machenden Programmtitel geschuldet: „Ein amerikanischer Traum“. Alexander Koller führte seine Sänger auf anspruchsvolle Wege, etwa mit der „Sunshine Mass“ von Ola Gjeilo (*1978), dessen mystische Klänge wie aus einer anderen Welt den Raum füllten und bis zum großen flehenden „Kyrie“-Aufschrei beeindruckten.
Bei „O come, let us sing unto the Lord“ von Morten Lauridsen (*1943) kam es zum Zusammenwirken mit der Orgel Bernhard Prammers, der auch zwischen den Chören US-Sololiteratur dafür präsentierte.
Eine konstruierte Klanginstallation mit Werken von John Cage, Steve Reich und Terry Riley führte die Zuhörerschaft in eine surreale, meditative Klangwelt menschlicher Stimmen und pochender Rhythmen. Mit dem stimmungsgeladenen „Agnus Dei“ … Weiterlesen »


Kritik zu „Kasimir und Karoline“ in Wien September 2012

24.09.2012, Allgemein

Der Standard, Dienstag 25. September 2012

Die Theatermacher der OIFT bauschen Ödön von Horváths Erzählung zum Oktoberfest-Ereignis auf

Wien grüßt München: Parallel zur jährlichen Supergaudi auf der Theresienwiese schlagen die Theatermacher der OIFT (Organisation für innovative Film- und Theaterprojekte) ihr Bierzelt in der Wiener Filmstadt der Rosenhügel-Studios auf. Gespielt wird Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“, ein Stück, das wegen seines Bezugs zur Finanzkrise dieser Tage häufig den Weg auf die Spielpläne findet.

Horváths Erzählung über ein Paar in der privaten Krise – Kasimir wurde “ abgebaut“ und fürchtet, seine Braut werde ihn deswegen verlassen – wird hier zum Großereignis aufgebauscht, die Zuschauer mit Massbier und Spinatstrudel bei bester Laune gehalten.Anton Noori (zupackend) und Susanna Bihari (meist mit überkreuzten Beinen) in den Titelrollen wurschteln sich halbwegs überzeugend durch das kollektive Raumchaos aus Festzeltgarnituren, Videoleinwand und Ausschank (Bühne: Wolfgang Schuster). Die Unternehmer Rauch (Jens … Weiterlesen »