Kritiken / reviews


Kritik zu „Kasimir und Karoline“ in Freistadt Juli 2012

16.07.2012, Allgemein

Neues Volksblatt, Montag 16. Juli 2012

In Feierlaune durch die Krise

Ödön von Horváth untersuchte in seinem Volksstück „Kasimir und Karoline“, inwieweit der Abbau eines Menschen aus der Arbeitswelt in seine soziale Umwelt wirkt: Karoline lässt den entlassenen Chauffeur Kasimir stehen und gibt sich am Oktoberfest mit anderen Männerbekanntschaften lustig. Wie dies für unsere Gegenwart namens „Krise“ zum frappierenden Abbild unseres Umgangs miteinander werden kann, zeigt das „kult-Festival“ in der Freistädter Messehalle. Diese mutiert zur Wiesn, auf der sich das Volk der bier- und gesangsgeschwängerten Feierlaune des Vergessens aller Alltagssorgen hingibt. Tina vom Wiesn-TV bedient die Sehnsucht, in ein paar Sekunden Fernsehauftritt berühmt zu werden, Peter und Paul sind die launigen Zeltmoderatoren.
Regisseur Ulf Dückelmann verknüpft Theater stets meisterlich mit Film. Mit Kameramann Clemens Bobbe führt er so dem Publikum Geschichten vor Augen, Kleinodien von Milieustudien bis hin zu großen Kinosequenzen. Dieses vielschichtig … Weiterlesen »


Kritik zu „Treffpunkt Neue Musik“ am 19. April 2012

21.04.2012, Allgemein

Kronen Zeitung, Samstag 21. April 2012

Unterschiedliche Klangareale

Zum 40. Mal fand im Linzer ORF-Studio der „Treffpunkt Neue Musik“ statt. Als Hörbarkeitstransformator fungierte diesmal der wandlungsfähige Hard-Chor unter Alexander Koller, der in sechs Werken von sieben Komponisten (Anm. gemeint ist natürlich sieben zu sechs) höchst unterschiedliche Klangareale eroberte – trotz der sangesunfreundlichen Akustik.Inmitten der Chorlandschaft erblühte mit Raimund Vogtenhubers „Entrance 12+1″ für Klavier (Yoko Sawa) und Elektronik eine minimalistische „Ambient“-Musik, der unauffällig angenehm zu lauschen war. Pointiert originell hat Thomas Mandel seinen liebesversenkten „Stierhüblteich“ eingerichtet oder wehen Gunter Waldecks durchtrieben gearbeitete „Stürme“. Rudolf Jungwirth hat mit „Da Jesus am Kreuze stund“ die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz in einer flammenden Innensprache vertont. Zum Chor gesellen sich ein Akkordeon (Yova Serkova) und ein Kontrabass (Andreas Reckenzain), die auch konterkarierende Farbwelten aufreißen.
Balduin Sulzer und Helmut Schmidinger zeigen sich einmal mehr als treffsichere Chorkomponisten … Weiterlesen »


Kritik zu „Nordlichter“ am 4. Dezember 2011

06.12.2011, Allgemein

Kronen Zeitung, Dienstag 6. Dezember 2011

Der Hard-Chor setzte bei seinem Musica Sacra-Konzert in der überfüllten Minoritenkirche hinsichtlich Dramaturgie und Qualität neue Maßstäbe für die heimische Chorlandschaft. Zu herausragenden Klangsternen gerieten unter Alexander Koller etwa Erik Bergmans lautmalerische „Dreams“, die polychrom bezaubernden „Spheres“ von Ola Gjeilo oder das abgöttisch betörende „O Nata Lux“ von Morten Lauridsen. Der klangsinnliche Bogen spannte sich von Arvo Pärt bis zu Hildegard von Bingen. Euphorische Zustimmung für zwei große Vokalstunden mit diesem Spitzenchor! (Norbert Trawöger)

Oberösterreichische Nachrichten, Dienstag 6. Dezember 2011

Klangverliebt in die Weite des Nordens

Am Sonntag präsentierte der Hard-Chor Linz im Rahmen von Musica Sacra in der Minoritenkirche ein meditatives Programm der Extraklasse, das Chorfreaks begeistern mochte, aber in der eindimensionalen Programmierung nicht unproblematisch war. Unter dem Motto „Nordlichter“ vereinigte Alexander Koller Chorstücke, in denen das Licht in allen Schattierungen im Mittelpunkt stand. Das begann mit … Weiterlesen »